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© Netflix

The Witcher

Fantasy / 2019 / 60m / FSK 16
Regie: Diverse
Darsteller: Henry Cavill, Freya Allan, Anya Chalotra

Vorweg: Ich habe keins der Bücher gelesen und auch die Spiele nur angetestet, ich weiß also quasi nichts über die Story, kenne aber einige Figuren zumindest vom Namen und Aussehen her, wer, wie, was und warum sie sind aber nicht.

 

Hier setzt die Serie an, denn Staffel 1 ist eigentlich nur eine lange Einführung aller Charaktere und vor allem der fantastischen Welt, zur eigentlichen Story erfährt man vergleichsweise wenig. Besonders Yennefers Hintergrundgeschichte bekommt eine menge Zeit, das ist ganz okay, hätte aber auch knackiger vonstatten gehen können. Aber so weiß man immerhin wer, wie, was und warum sie ist. Mehr oder weniger.

 

Triss Merigold dagegen hat zu meiner Überraschung nur sehr wenig Screentime bekommen, wenn ich ihren Namen nicht aus dem Spiel kennen würde, wäre sie einfach nur irgendein Nebencharakter für mich. Vielleicht ist sie das ja auch, aber nach dem was ich bisher so von den Spielen mitbekommen habe, dachte ich das sie doch irgendwie wichtig ist. Vielleicht kommt das aber auch noch.

 

Geralt bekommt als Hauptfigur natürlich deutlich mehr Zeit, aber auch über ihn erfährt man wenig. Er ist anscheinend ein Hexer, aber was das ist muss man sich auch selbst zusammen reimen. Er kann zaubern, aber ist kein Zauberer. Er hat verschiedene Tränke, von manchen werden seine Augen schwarz. Er ist Bodybuilder und kann gut Schwertkämpen, aber ob das nur seine Hobbies sind oder das zum Hexer-Dasein dazu gehört? Keine Ahnung. Macht aber auch nichts, Geralt ist halt mysteriös, und man bekommt immer wieder kleine Wissenskrümmel hingeworfen die einem am Ball halten.

 

Zusammen mit Yennefer und Geralt ist Ciri die dritte Hauptfigur. Von ihr sieht man zwar viel, wirklich über sie erfahren tut man aber eher wenig. Man weiß am Ende von Staffel 1 wahrscheinlich mehr über ihre Eltern und vorallem Großeltern als über sie. Ihre Reise scheint viel mehr dazu zu dienen die Welt und ihre verschiedenen Bewohner, sowie deren Beziehungen vorzustellen. Und die sind meistens eher schlecht.

 

Doch obwohl es in The Witcher auch sehr ernste, reelle Themen wie Rassismus gibt, ist es doch wesentlich mehr Fantasy als zum Beispiel Game of Thrones, mit dem es ja gerne verglichen wird. Das fängt an bei den Schwertkämpfen, die zwar relativ brutal und gut in Szene gesetzt sind, bei denen aber nach jedem zweiten Schlag eine Piriouette gedreht werden muss und die Schwerter schon mal auf unorthodoxe Weise gehalten werden. Trotzdem sind sie kurzweilig und machen Spaß.

 

Und dann gibt es natürlich die Monster und andersartigen Wesen, von denen in jeder Folge bestimmt zwei neue eingeführt werden. Es gibt komische Ziegen-Mensch-Hybride, Spinnenmonster, Drachen, übergröße Heuschrecken, verfluchte Menschen und natürlich Elfen, Zwerge, Magier und Hexer. Hier ist wirklich ordentlich was los, und das nutzt die Serie auch. Die Folgen fallen – bis auf die letzten beiden – eher in die Kategorie „Monster of the week“, während die Hauptstory im Hintergrund mitläuft.

 

Während Geralt sich jede Episode dazu überzeugen lässt ein neues Monster niederzumetzeln werden nicht nur Charaktere sondern auch die Begebenheiten der Welt eingeführt. Das funktioniert erstaunlich gut, denn dadurch hat fast jede Episode eine kleine in sich mehr oder weniger abgeschlossene Geschichte, aber es läuft trotzdem spürbar auf etwas hinaus. Gleichzeitig ist das ganze sehr abwechslungsreich aber trotzdem in sich stimmig.

 

Auch wenn es nicht die allerbeste Serie ist und keinesfalls mit den ersten Staffeln GoT mithalten kann, macht es Spaß und ich wollte immer sofort noch eine Folge gucken und freue mich schon auf die zweite Staffel.

7 / 10
Von Lennart
23. Dezember 2019

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